Housekeeping im Hotel mit Hygiene- und Verbrauchsmaterialien
Bildquelle: ygiene- und Verbrauchsmaterialien sind ein relevanter Kostenfaktor im Housekeeping.

Housekeeping-Kosten im Hotel senken: 7 konkrete Einsparpotenziale bei Hygiene und Verbrauchsmaterial

Housekeeping-Kosten lassen sich im Hotel nicht nur über Personal und Zimmerreinigung senken. Auch Reinigungsmittel, Toilettenpapier, Papierhandtücher, Müllsäcke, Handschuhe und andere Verbrauchsmaterialien verursachen laufende Kosten. Entscheidend ist dabei nicht allein der Einkaufspreis. Verbrauch pro Zimmer, Dosierung, Spendersysteme, Produktqualität, Verpackungsgrößen und interne Prozesse bestimmen die tatsächlichen Kosten.

Gerade bei vielen Zimmern und hoher Auslastung können sich kleine Einsparungen über das Jahr deutlich summieren. Für Hotels lohnt es sich deshalb, die Kosten für Hygiene und Verbrauchsmaterial systematisch zu analysieren.

Was gehört zu den Housekeeping-Kosten im Hotel?

Zu den Housekeeping-Kosten eines Hotels gehören vor allem Personalkosten, Reinigung, Wäsche, Energie und laufende Verbrauchsmaterialien. Je nach Betrieb kommen unterschiedliche Kostenstellen hinzu.

Typische laufende Kosten im Housekeeping entstehen beispielsweise durch:

  • Reinigungs- und Hygienemittel,
  • Toilettenpapier und Hygienepapier,
  • Papierhandtücher und Spendersysteme,
  • Müllsäcke und Abfallentsorgung,
  • Handschuhe und persönliche Schutzausrüstung,
  • Einwegartikel,
  • Wäsche und Wäschepflege sowie
  • Arbeitszeit für Reinigung, Nachfüllen, Transport und Lagerhaltung.

Der größte Kostenblock ist in vielen Hotels das Personal. Trotzdem lohnt sich der Blick auf Verbrauchsmaterialien: Sie werden täglich eingesetzt und ihre Kosten vervielfachen sich mit Zimmerzahl, Auslastung und Anzahl der öffentlichen Bereiche.

Warum der billigste Einkaufspreis nicht automatisch die niedrigsten Kosten bedeutet

Wer Housekeeping-Kosten senken möchte, sollte nicht nur Packungspreise vergleichen. Entscheidend sind die tatsächlichen Kosten pro Anwendung, Gast oder belegtem Zimmer.

Ein günstigeres Papierprodukt kann beispielsweise unwirtschaftlich sein, wenn Gäste davon deutlich mehr verbrauchen. Dasselbe gilt für Reinigungsmittel: Eine höhere Konzentration kann trotz eines höheren Einkaufspreises niedrigere Anwendungskosten verursachen. Bei Spendersystemen spielen zusätzlich die ausgegebene Menge und der Aufwand für das Nachfüllen eine Rolle.

Für eine wirtschaftliche Betrachtung sollten Hotels deshalb Einkaufspreis, Verbrauch, Arbeitsaufwand, Lagerhaltung und Entsorgung gemeinsam betrachten.

1. Verbrauchskosten pro belegtem Zimmer messen

Der erste Schritt zur Kostensenkung ist Transparenz. Hotels sollten wissen, wie viel Hygiene- und Verbrauchsmaterial tatsächlich pro belegtem Zimmer eingesetzt wird.

Dafür kann beispielsweise der monatliche Verbrauch von Toilettenpapier, Papierhandtüchern, Reinigungsmitteln, Müllsäcken und Handschuhen den belegten Zimmern gegenübergestellt werden.

Einfache Kennzahl:
Kosten für Hygiene- und Verbrauchsmaterial pro Monat ÷ Anzahl belegter Zimmer = Materialkosten pro belegtem Zimmer.

Die Kennzahl ermöglicht Vergleiche zwischen Monaten, Saisonen oder einzelnen Hotelbereichen. Steigt der Verbrauch ohne entsprechende Veränderung der Auslastung, lässt sich gezielt nach Ursachen suchen.

2. Reinigungsmittel richtig dosieren

Bei professionellen Reinigungsmitteln entscheidet die Dosierung wesentlich über die tatsächlichen Reinigungskosten. Eine Überdosierung erhöht den Verbrauch, ohne automatisch ein besseres Reinigungsergebnis zu erzielen.

Dosiersysteme oder klar definierte Mischungsverhältnisse können helfen, den Verbrauch zu standardisieren. Gleichzeitig erleichtern wenige, klar zugeordnete Produkte die Arbeitsabläufe und reduzieren Fehler bei der Anwendung.

Für Hotels ist deshalb nicht allein der Preis eines Kanisters relevant, sondern die Frage: Wie viele Anwendungen beziehungsweise Zimmerreinigungen sind mit einer Verkaufseinheit möglich?

3. Toilettenpapier und Hygienepapier nach Verbrauch statt Rollenpreis auswählen

Toilettenpapier gehört zu den klassischen Verbrauchsartikeln eines Hotels. Bei der Beschaffung werden häufig Preis, Lagenzahl oder Rollenanzahl verglichen. Für die tatsächlichen Kosten sind jedoch weitere Faktoren relevant.

Dazu gehören unter anderem Blattzahl beziehungsweise Lauflänge, Papierqualität, Verbrauch pro Gast, Nachfüllhäufigkeit und das verwendete Spendersystem.

Das gilt besonders für stark frequentierte öffentliche Toiletten, Restaurantbereiche, Wellnessbereiche oder Seminarräume. Dort kann ein auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmtes Papier- und Spendersystem sowohl Materialverbrauch als auch Arbeitsaufwand reduzieren.

4. Papierhandtücher und Spendersystem als Einheit betrachten

Auch bei Papierhandtüchern sollte nicht nur der Preis des Verbrauchsmaterials betrachtet werden. Ein wesentlicher Faktor ist die kontrollierte Ausgabe.

Spendersysteme können beeinflussen, wie viele Papierhandtücher ein Gast bei einer Nutzung entnimmt. Zusätzlich spielen Füllmenge und Nachfüllintervalle eine Rolle. Muss das Housekeeping beziehungsweise das Reinigungspersonal einen stark frequentierten Waschraum häufig kontrollieren und nachfüllen, entstehen zusätzliche Arbeitskosten.

Hotels sollten Papier und Spender deshalb als Gesamtsystem kalkulieren: Materialverbrauch plus Zeitaufwand für Kontrolle und Nachfüllung.

5. Müllsäcke und Einwegartikel standardisieren

Müllsäcke erscheinen als kleiner Kostenposten, werden in einem Hotel aber in zahlreichen Bereichen eingesetzt: Gästezimmer, Badezimmer, öffentliche Bereiche, Küche, Housekeeping und Verwaltung.

Unterschiedliche Größen und Qualitäten erhöhen Lagerbestand und Komplexität. Gleichzeitig verursacht ein überdimensionierter oder für den jeweiligen Einsatz unnötig hochwertiger Müllsack vermeidbare Kosten.

Eine Standardisierung nach tatsächlichem Einsatzbereich kann Einkauf und Lagerhaltung vereinfachen. Ähnliches gilt für andere Einwegartikel: Nicht jede Anwendung benötigt dieselbe Materialstärke, Größe oder Produkteigenschaft.

6. Handschuhe und persönliche Schutzausrüstung bedarfsgerecht einsetzen

Handschuhe und persönliche Schutzausrüstung – kurz PSA – sind in bestimmten Arbeitsbereichen aus Hygiene- und Sicherheitsgründen erforderlich. Auch hier lohnt sich eine klare Zuordnung nach Tätigkeit.

Nicht jeder Arbeitsschritt stellt dieselben Anforderungen an Material, Schutzklasse oder Beständigkeit. Eine strukturierte Produktauswahl verhindert, dass höher spezifizierte und damit möglicherweise teurere Produkte für Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen sie nicht notwendig sind.

Gleichzeitig darf Kostenoptimierung niemals zulasten von Arbeitsschutz oder Hygiene gehen. Maßgeblich sind immer die Anforderungen des jeweiligen Einsatzbereichs und die geltenden Vorgaben.

7. Einkauf, Lager und Verbrauch gemeinsam optimieren

Der Einkaufspreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Viele unterschiedliche Artikel bedeuten mehr Bestellungen, größere Lagerbestände, mehr interne Wege und eine höhere Wahrscheinlichkeit von Fehlbeständen.

Eine Konsolidierung des Sortiments kann deshalb zusätzliche Einsparungen ermöglichen. Dabei sollten Hotels prüfen:

  • Welche Produkte werden tatsächlich regelmäßig benötigt?
  • Welche Artikel erfüllen ähnliche Funktionen?
  • Welche Gebindegrößen passen zum tatsächlichen Verbrauch?
  • Welche Produkte verursachen besonders häufige Nachfüllvorgänge?
  • Wie hoch sind Verbrauch und Kosten pro belegtem Zimmer?
  • Können Bestellungen und Lieferanten gebündelt werden?

Besonders interessant ist eine solche Analyse für größere Hotels oder Hotelgruppen, weil bereits geringe Einsparungen pro Zimmer durch die Zahl der Übernachtungen einen relevanten Jahreseffekt erzielen können.

Wie lassen sich Housekeeping-Kosten konkret berechnen?

Für eine erste Analyse benötigen Hotels keine komplexe Software. Eine einfache Verbrauchsrechnung liefert bereits wichtige Hinweise.

Beispiel: Ein Hotel gibt monatlich 3.000 Euro für definierte Hygiene- und Verbrauchsmaterialien aus und verzeichnet im selben Zeitraum 3.750 belegte Zimmer. Daraus ergeben sich Materialkosten von 0,80 Euro pro belegtem Zimmer.

Sinken diese Kosten durch optimierte Produkte, Dosierung oder geringeren Verbrauch beispielsweise um 0,10 Euro je belegtem Zimmer, entspricht das bei 45.000 belegten Zimmern pro Jahr einer rechnerischen Einsparung von 4.500 Euro.

Das Beispiel zeigt, warum vermeintlich kleine Verbrauchspositionen im Hotel relevant werden können. Entscheidend ist die Multiplikation über das gesamte Jahr.

Welche Kennzahlen sollten Hotels im Housekeeping beobachten?

Für die laufende Steuerung eignen sich insbesondere Housekeeping-Kosten pro belegtem Zimmer und Verbrauchskosten pro belegtem Zimmer. Ergänzend können einzelne Produktgruppen separat ausgewertet werden.

Sinnvolle Kennzahlen sind beispielsweise:

  • Kosten für Hygiene- und Verbrauchsmaterial pro belegtem Zimmer,
  • Reinigungsmittelverbrauch pro 100 Zimmerreinigungen,
  • Papierverbrauch pro Gast oder Übernachtung,
  • Kosten für Einwegartikel pro belegtem Zimmer,
  • Anzahl der Nachfüllvorgänge in stark frequentierten Bereichen sowie
  • Entwicklung der Materialkosten im Vergleich zur Auslastung.

Damit wird sichtbar, ob höhere Gesamtkosten tatsächlich durch eine höhere Auslastung entstehen oder ob der Verbrauch je Zimmer zunimmt.

Wo liegt das größte Einsparpotenzial bei Hygiene und Verbrauchsmaterial?

Das größte Einsparpotenzial hängt vom jeweiligen Hotel ab. Besonders interessant sind Produkte, die häufig eingesetzt werden und deren Verbrauch sich durch Dosierung, Ausgabe oder Standardisierung beeinflussen lässt.

Dazu zählen insbesondere Reinigungsmittel, Toilettenpapier, Papierhandtücher, Müllsäcke, Handschuhe und weitere regelmäßig benötigte Verbrauchsartikel. Statt ausschließlich den Einkaufspreis zu reduzieren, sollte das Ziel darin bestehen, die Gesamtkosten pro Nutzung beziehungsweise pro belegtem Zimmer zu optimieren.

Checkliste: Housekeeping-Kosten im Hotel senken

  • Verbrauchsmaterialien vollständig erfassen.
  • Kosten pro belegtem Zimmer berechnen.
  • Reinigungsmittel auf Dosierung und Ergiebigkeit prüfen.
  • Toilettenpapier nach tatsächlichem Verbrauch statt nur nach Rollenpreis vergleichen.
  • Papierhandtücher und Spendersystem gemeinsam bewerten.
  • Müllsäcke und Einwegartikel nach Einsatzbereichen standardisieren.
  • Handschuhe und PSA passend zur jeweiligen Tätigkeit auswählen.
  • Sortiment und Lieferantenstruktur auf unnötige Komplexität prüfen.
  • Verbrauch regelmäßig mit Auslastung und Zimmerzahl vergleichen.

Fazit: Kleine Verbrauchskosten werden bei vielen Übernachtungen zum großen Hebel

Wer Housekeeping-Kosten im Hotel senken möchte, sollte nicht nur Personal- und Wäschekosten betrachten. Hygieneprodukte und Verbrauchsmaterialien bieten ebenfalls Optimierungspotenzial – insbesondere dann, wenn Verbrauch, Dosierung und Arbeitsaufwand bislang nicht systematisch gemessen werden.

Der wichtigste Perspektivwechsel lautet: Nicht der niedrigste Stück- oder Packungspreis entscheidet, sondern die Gesamtkosten pro belegtem Zimmer beziehungsweise pro Anwendung.

Eine strukturierte Analyse von Reinigungsmitteln, Hygienepapier, Spendersystemen, Müllsäcken, Handschuhen und Einwegartikeln schafft dafür die notwendige Transparenz. Hotels können so Kosten reduzieren, ohne bei Hygiene, Arbeitsschutz oder Gästequalität Abstriche machen zu müssen.

Häufige Fragen zu Housekeeping-Kosten im Hotel

Was sind Housekeeping-Kosten im Hotel?

Housekeeping-Kosten umfassen unter anderem Personal, Zimmerreinigung, Wäsche, Reinigungsmittel, Hygieneprodukte und Verbrauchsmaterialien. Für die wirtschaftliche Steuerung ist insbesondere die Betrachtung der Kosten pro belegtem Zimmer sinnvoll.

Wie kann ein Hotel Housekeeping-Kosten senken?

Hotels können Housekeeping-Kosten unter anderem durch standardisierte Prozesse, korrekte Dosierung von Reinigungsmitteln, optimierte Papier- und Spendersysteme, bedarfsgerechte Verbrauchsmaterialien und eine regelmäßige Verbrauchskontrolle reduzieren.

Welche Verbrauchsmaterialien verursachen im Hotel laufende Kosten?

Zu den regelmäßig benötigten Verbrauchsmaterialien gehören beispielsweise Reinigungsmittel, Toilettenpapier, Papierhandtücher, Müllsäcke, Handschuhe, Hygieneartikel und verschiedene Einwegprodukte.

Wie berechnet man Verbrauchskosten pro Hotelzimmer?

Die Kosten einer definierten Produktgruppe werden für einen bestimmten Zeitraum durch die Zahl der belegten Zimmer desselben Zeitraums geteilt. Dadurch erhält das Hotel die Verbrauchskosten pro belegtem Zimmer und kann deren Entwicklung vergleichen.

Was ist beim Einkauf von Hygieneprodukten für Hotels wichtig?

Neben dem Einkaufspreis sollten Hotels Ergiebigkeit, tatsächlichen Verbrauch, Produktqualität, Dosierung, Spendersysteme, Nachfüllaufwand, Gebindegrößen, Lagerhaltung und die Anforderungen des jeweiligen Einsatzbereichs berücksichtigen.

Sonja Stocker
Chefredakteurin
hotelimpulse.at

Mehr Gäste durch Innovationen

+43 676 / 841 27 811
chefredaktion@hotelimpulse.at
www.hotelimpulse.at

hotelimpulse.at  ●  Grabenstraße 90c ●  A-8010 Graz

Sonja Stocker – Gründerin von WauWander