Self-Check-in im Hotel an einem digitalen Check-in-Terminal
Bildquelle: Self-CheckIn Studien

Self-Check-in im Hotel: Was aktuelle Studien und Business Cases zeigen

Self-Check-in im Hotel kann die Rezeption entlasten, Wartezeiten verkürzen und eine flexible Anreise ermöglichen. Aktuelle Studien aus Österreich, Deutschland und dem internationalen Markt zeigen eine hohe Akzeptanz. Allerdings hängt der wirtschaftliche Nutzen stark vom einzelnen Hotelbetrieb ab.

Das Wichtigste in Kürze: In der ÖHV-Technologieumfrage 2025 berichten 30 Prozent der Hotels von geringeren Mitarbeiterkosten durch Technik. Das betrifft vor allem Rezeption und Reservierung. Außerdem zeigt eine deutsche Studie, dass 43 Prozent der befragten Häuser bereits Self-Check-in nutzen. Eine Studie des IMC Krems bestätigt zudem: Die Bereitschaft zur Nutzung solcher Systeme wirkt sich positiv auf die Buchungsabsicht aus.

Was bedeutet Self-Check-in im Hotel?

Beim Self-Check-in erledigt der Gast wichtige Schritte der Anreise selbst. Das geschieht vorab über eine Website oder App, direkt an einem Terminal oder über eine Verbindung beider Wege. Typische Funktionen sind Meldedaten, Prüfung der Identität, Zahlung, Zimmerwahl und Ausgabe eines digitalen oder physischen Schlüssels.

Beim Self-Check-out prüft und bezahlt der Gast seine Rechnung digital. Danach erhält er sie per E-Mail oder App. Die Technik kann eine klassische Rezeption ergänzen. Je nach Hotelkonzept kann sie diese zu bestimmten Zeiten auch ersetzen.

Fünf aktuelle Studien zu Self-Check-in im Hotel

Studie Datenbasis Zentrales Ergebnis Einordnung
ÖHV-Technologieumfrage 2025 249 österreichische Hotels 30 % haben durch Technik Mitarbeiterkosten gespart, vor allem an Rezeption und Reservierung. Für Österreich besonders wichtig; der Effekt stammt nicht nur vom Self-Check-in.
Access Guestline/elevatr 2025 104 deutsche Hoteliers 43 % nutzen Self-Check-in; 88 % wollen mit digitalen Lösungen das Personal entlasten. Aktuelle Daten aus Deutschland; ein Anbieter war an der Studie beteiligt.
IMC Krems 2025 200 Reisende aus dem Schengenraum Die Absicht zur Nutzung digitaler Services wirkt sich positiv auf die Buchungsabsicht aus. Wissenschaftliche Studie; sie misst Absichten, aber keine echten Hotelumsätze.
Oracle/Skift 2022 Mehr als 5.000 Reisende und rund 600 Hoteliers weltweit 73 % würden eher ein Hotel mit Self-Service-Technik wählen. Große internationale Stichprobe; die Pandemie kann das Ergebnis beeinflusst haben.
Mews/OnePoll 2024 1.000 US-Reisende und 1.000 Hotelmitarbeiter Fast 80 % würden in einem Hotel mit automatisierter Rezeption oder Kiosk übernachten. Aktuell, jedoch auf die USA bezogen und von einem Anbieter beauftragt.

1. ÖHV-Technologieumfrage 2025

Die ÖHV-Technologieumfrage 2025 ist für österreichische Hotels besonders wichtig. An ihr nahmen 249 Mitgliedsbetriebe teil. 30 Prozent geben an, durch Technik bereits Mitarbeiterkosten gespart zu haben. Das gilt vor allem für Rezeption und Reservierung.

Zudem wollen 60 Prozent in weitere Tools zur Prozess-Automation investieren. Die Studie zeigt somit einen möglichen wirtschaftlichen Nutzen. Sie trennt jedoch nicht genau zwischen Self-Check-in, Hotelsoftware und anderen digitalen Lösungen.

2. Deutsche Hotelierstudie von Access Guestline und elevatr

Für die Studie zur Digitalisierung in der deutschen Hotellerie wurden 2025 insgesamt 104 Hoteliers befragt. 43 Prozent setzen bereits Lösungen für Self-Check-in im Hotel ein. Fast drei Viertel wollen das Gästeerlebnis und die Kommunikation weiter digitalisieren.

Dabei nennen 88 Prozent die Entlastung des Personals als Ziel. 78 Prozent wollen außerdem das Erlebnis der Gäste verbessern. Vor allem Meldeschein und Check-in gelten daher als gute Ansatzpunkte, um Zeit zu sparen.

3. Wissenschaftliche Studie des IMC Krems

Die 2025 veröffentlichte Studie des IMC Krems untersuchte 200 Reisende aus dem Schengenraum. Im Mittelpunkt standen Self-Check-in, Self-Check-out, digitale Zimmerschlüssel und mobile Gästeinfos.

Das Ergebnis ist klar: Die Absicht, diese Technik zu nutzen, wirkt sich positiv auf die Buchungsabsicht für ein Hotel ohne klassische Rezeption aus. Entscheidend ist jedoch der erkennbare Nutzen. Das System sollte den Gast also schneller, flexibler oder einfacher ins Zimmer bringen.

4. Internationale Studie von Oracle und Skift

Für die Studie „Hospitality in 2025“ von Oracle und Skift wurden mehr als 5.000 Reisende und rund 600 Hotelverantwortliche befragt. 73 Prozent würden eher ein Hotel mit Self-Service-Technik wählen. Außerdem wünschten sich 38 Prozent ein weitgehend digitales Modell, bei dem Mitarbeiter bei Bedarf erreichbar sind.

Die Erhebung stammt aus dem Jahr 2022. Deshalb kann die Pandemie den Wunsch nach wenig Kontakt verstärkt haben. Dennoch ist die große Stichprobe ein wichtiger Hinweis auf die Wünsche internationaler Gäste.

5. Mews-/OnePoll-Studie 2024

Eine von Mews beauftragte und von OnePoll durchgeführte Studie aus dem Jahr 2024 befragte jeweils 1.000 Reisende und Hotelmitarbeiter in den USA. Fast 80 Prozent der Reisenden würden in einem Hotel mit digitaler Rezeption oder Kiosk übernachten. Mehr als 40 Prozent bevorzugen den Check-in über Website, App oder Terminal.

Damit bestätigt die Studie die hohe Akzeptanz digitaler Abläufe. Allerdings wurde sie von einem Systemanbieter beauftragt. Zudem bezieht sie sich nur auf den US-Markt. Für österreichische Ferienhotels ist sie daher eine gute Ergänzung, aber kein alleiniger Beleg.

Wann lohnt sich Self-Check-in im Hotel?

Die Studien zeigen einen klaren Trend. Eine feste Dauer bis zur Rückzahlung der Investition liefern sie jedoch nicht. Self-Check-in im Hotel rechnet sich vor allem dann, wenn viele gleiche Schritte anfallen und das Team die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen kann.

Zeitgewinn = Anreisen pro Jahr × Minuten je Check-in × digitaler Nutzungsanteil

Für einen vollständigen Business Case zählen außerdem der Stundensatz des Teams, Nacht- und Bereitschaftszeiten sowie Kosten für Software, Hardware und Schnittstellen. Zusätzliche Erlöse können ebenfalls helfen. Dazu gehören zum Beispiel Frühstück, Parkplatz, Zimmerupgrade, Early Check-in oder Late Check-out.

Praxisbeispiel: Check-InGo von asut

Wie ein solcher digitaler Ablauf in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt der Self-Check-in-Automat Check-InGo von asut. Die in Österreich entwickelte Lösung verbindet Check-in und Check-out mit Meldeschein, Bezahlung und Ausgabe der Zimmerkarte.

Darüber hinaus unterstützt Check-InGo unter anderem Walk-in-Buchungen, Ersatzkarten, Zimmerstatus und Zusatzleistungen. Damit eignet sich das System vor allem für Hotels, Pensionen und Apartmentbetriebe mit Spätanreisen oder zeitweise unbesetzter Rezeption. Entscheidend bleibt jedoch die passende Verbindung mit Hotelsoftware, Zahlungssystem und Türlösung.

Welche Vorteile zeigen die Studien?

  • Entlastung der Rezeption: Wiederkehrende Aufgaben und die Eingabe von Daten können automatisch ablaufen.
  • Flexible Anreise: Gäste können auch außerhalb der normalen Zeiten einchecken.
  • Weniger Wartezeit: Vorab-Check-in und Terminals federn Spitzen bei vielen Anreisen ab.
  • Bessere Daten: Gäste geben ihre Daten selbst ein. Dadurch sinkt das Risiko von Tippfehlern.
  • Zusatzverkäufe: Das Hotel kann passende Extras direkt beim digitalen Check-in anbieten.
  • Mehr Wahlfreiheit: Gäste wählen zwischen einem digitalen Ablauf und persönlicher Betreuung.

Wichtig: Die Studien belegen nicht, dass jedes Hotel einen festen Anteil seiner Personalkosten spart. Zunächst entsteht vor allem ein Zeitgewinn. Ein finanzieller Vorteil ergibt sich erst, wenn das Hotel Dienstpläne anpasst oder die freie Zeit für bessere Leistungen am Gast nutzt.

Was sollten Hotels vor der Einführung prüfen?

  1. Zielgruppe: Wollen Geschäftsreisende, Familien und Stammgäste den digitalen Ablauf nutzen?
  2. Prozess: Lassen sich Meldeschein, Zahlung, Prüfung der Identität und Schlüsselübergabe verbinden?
  3. Schnittstellen: Arbeiten PMS, Zahlung, Schließsystem und Buchungskanäle sicher zusammen?
  4. Kommunikation: Erhalten Gäste klare Infos bei Buchung, Bestätigung und vor der Anreise?
  5. Hilfe: Ist bei Fehlern oder Sonderfällen rasch eine Person erreichbar?
  6. Messung: Vergleicht das Hotel Nutzung, Zeitgewinn, Abbrüche, Zusatzumsatz und Gästefeedback?

Weitere Begriffe rund um Digitalisierung und Hotelvertrieb erklärt der hotelimpulse-Fachbegriffe-Service.

Fazit: Ein hybrides Modell bietet einen guten Einstieg

Self-Check-in im Hotel ist nicht nur ein Sparmodell. Die Technik kann einfache Arbeiten reduzieren und zugleich eine flexible Anreise schaffen. Dadurch bleibt dem Team mehr Zeit für echte Betreuung. Die Studien bestätigen sowohl die Akzeptanz bei Gästen als auch den möglichen Nutzen für Hotels.

Für viele Ferien- und Stadthotels ist deshalb ein hybrides Modell sinnvoll. Gäste können digital einchecken, erhalten bei Bedarf aber weiterhin persönliche Hilfe. Ob sich die Investition lohnt, sollte jedes Hotel anhand der Anreisen, Rezeptionszeiten, Kosten und vorhandenen Systeme berechnen.

Häufige Fragen zu Self-Check-in im Hotel

Was ist ein Self-Check-in-System im Hotel?

Ein Self-Check-in-System erlaubt Gästen, Meldedaten, Prüfung der Identität, Zahlung und teilweise den Zimmerschlüssel selbst über Website, App oder Terminal abzuwickeln.

Akzeptieren Hotelgäste einen digitalen Check-in?

Ja. Aktuelle Studien zeigen eine hohe Akzeptanz. Wichtig sind jedoch ein klarer Nutzen, eine einfache Bedienung und rasche Hilfe bei Problemen.

Spart Self-Check-in automatisch Personalkosten?

Nein. Das System spart zunächst Zeit. Ein finanzieller Vorteil entsteht erst, wenn das Hotel Dienstpläne ändert oder Mitarbeiter für andere Aufgaben einsetzt.

Ist Self-Check-in auch für Ferienhotels geeignet?

Ja, oft als freiwillige Ergänzung zur persönlichen Rezeption. Bei Gästen mit hohem Beratungsbedarf ist ein hybrides Modell meist besser als eine völlig unbesetzte Rezeption.

Welche Schnittstellen benötigt ein Hotel?

In der Regel braucht es Schnittstellen zu Hotelsoftware, Zahlung und Schließsystem. Je nach Betrieb kommen Meldeschein, Buchungsmaschine, Gäste-App und CRM hinzu.

Quellen und Studien

Dr. Reinhard Neudorfer
Geschäftsführung
hotelimpulse.at

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Reinhard Neudorfer